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Subject: Trittins Dosenpfand endlich abschaffen!

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Stephan Wefelscheid
Beiträge:43

25 Oct 2006 11:18 Alert 
Die Bundes-FDP lehnt das Zwangspfand als ökologisch ungerechtfertigten Dirigismus ab. Die Wirkung zum Schutz der Umwelt sei zweifelhaft, der ökonomische Aufwand erheblich und die Belastung für den Verbraucher unnötig.
Das trittinische Dosenpfand (eingeführt 2004) besteht jetzt bereits seit 2 Jahren. Es wäre Zeit einmal eine Zwischenbilanz zu ziehen.
Meine Fragen nun:

Rechtfertigt der mit dem Pfand verfolgte
Umweltschutz den Aufwand?

Ist die Umwelt durch das Einführen eines
Dosenpfandes überhaupt nachhaltig besser dran, oder wird der Verbraucher ohne ökologischen Nutzen mit einem wachsenden Sammel-, Sortier- und Transportaufwand belastet.

Meines erachtens hat das Dosenpfand keinen nenneswerten umweltschützenden Aspekt, außer dass keine Dosen mehr rumliegen. Früher wurden die Dosen und PET-Flaschen mit dem gelben Sack entsorgt, so dass einmal ein LKW die Säcke einsammeln musste. Heute fahren die Verbraucher ihre Dosen zum Laden, von wo aus sie dann von LKW wieder abgeholt werden, wobei der LKW, der die gelben Säcke abholt, weiterhin die Haushalte anfährt. Effekt ist nur, dass auf den Autobahnen mehr Mülllaster rollen, die Strassen verstopfen und die Luft verpesten.

Meine Meinung ist deshalb diese grüne Irrfahrt zu beenden und Trittins Dosenpfand endlich abzuschaffen!

Stephan Wefelscheid
Beiträge:43

25 Oct 2006 11:23 Alert 
Hier noch eine aktuelle und interessante Meldung (AFP):

Einzelhandel warnt vor gefälschtem Leergut.

Mit prall gefüllten Tüten zogen drei Männer im September in Schleswig-Holstein von Laden zu Laden. In den Tüten steckten leere Flaschen für Traubensaftschorle, die sie emsig in die Pfandautomaten steckten.

Hinter den Unmengen an Leergut aber verbargen sich weder riesiger Durst noch Sammelwut, sondern vielmehr massive kriminelle Energie: Für geringe Beträge hatte die Bande in Litauen 150.000 Plastikflaschen herstellen lassen und mit einem gefälschten Barcode ausgezeichnet, um die Automaten in Deutschland auszutricksen. Mehr als 30.000 Euro hatten die Männer mit dieser Masche laut Staatsanwaltschaft mutmaßlich ergaunern wollen. Allerdings kamen ihnen die Behörden auf die Spur, bevor sie alle ihre gefälschten Flaschen loswerden konnten.

Dennoch hat der Fall in der Einzelhandels- branche die Kritik am Pfandsystem neu ange- heizt. Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer des Branchenverbandes HDE, hält das Pfand von 25 Cent Pfand je Flasche für viel zu hoch, Betrüger würden so angelockt. Für den Handel sei die Pfandregelung auch generell nach wie vor ein großes Ärgernis. Die Kunden empfänden die Rückgabe der Flaschen mittler- weile zwar weitestgehend als reibungslos. Der finanzielle Aufwand für die Unternehmen aber sei enorm: 1,5 Milliarden Euro für den Kauf von Automaten seien bereits ausgegeben, an laufenden Kosten kämen 500 Millionen Euro jedes Jahr noch obendrauf - Geld, das die Händler viel sinnvoller einsetzen könnten.

Durch den jüngst aufgeflogenen Betrugsfall in Schleswig-Holstein sieht Pellengahr die schlimmsten Befürchtungen des Einzelhandels bestätigt. Weil die Produktionskosten der Einweg-Plastikflaschen (Pet) in Osteuropa im einstelligen Cent-Bereich lägen, ergebe sich für Pfandbetrüger ein ansehnlicher Gewinn, sagte der HDE-Geschäftsführer. Begünstigt sieht er die Betrügereien auch durch die seit Mai geltende Neuregelung, wonach die Händler verpflichtet sind, auch solche Flaschen und Dosen anzunehmen, die nicht aus ihrem Sortiment stammen.

Das zuständige Deutsche Pfandsystem hat das Leergut zwar mit einer Sicherheitskenn- zeichnung ausgestattet, um Betrügereien vorzubeugen. Doch obwohl das System ab dem 1. Oktober 2006 greifen sollte, sind viele Automaten noch nicht in der Lage, die Kennzeichnung zu lesen und gefälschte Dosen oder Flaschen wieder auszuspucken. So berichtet es das Fachblatt "Lebensmittel-Zeitung". Auch seien gefälschte Barcodes schon im Internet erhältlich....
Stephan Wefelscheid
Beiträge:43

25 Oct 2006 12:17 Alert 
Auch aktuell von heute:

Klage ausländischer Getränkefirmen gegen Einwegpfand abgewiesen

Mannheim - Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof hat Klagen von drei ausländischen Getränkeherstellen gegen das deutsche Einwegpfand abgewiesen. Für die Frage, ob das Pfand auch für ausländische Firmen gilt, sei der Bund zuständig, erklärte der Verwaltungsgerichtshof am Mittwoch in Mannheim. In den Berufungsverfahren klagten zwei österreichische und ein französischer Getränkehersteller wegen angeblicher Wettbewerbsnachteile, weil sie auf ihre nach Deutschland exportieren Getränke Pfand erheben und bei Rückgabe erstatten sollten. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hatte die Klagen zuvor abgewiesen. Der Mannheimer Verwaltungsgsgerichtshof ließ wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles Revision beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu. (AZ: 10 S 1538/05 und 10 S 1557/05) (AFP)

25.10.06, 10:59 Uhr
Robert Arnold
Beiträge:0

30 Jan 2007 18:40 Alert 
Grundsätzlich stimme ich zu, es liegen weniger Dosen und Flaschen rum. Ziel der Regelung war es ja, Energie zu sparen. Nämlich dadurch, dass mit dem Pfand weniger Leute Einweg- sondern Mehrwegflaschen kaufen. Vom Energieverbrauch her ist eine Einwegflasche nämlich verdammt teuer. Mehrwegflaschen halten länger, es entstehen aber Kosten für Rücktransport, Reinigung und Lagerhaltung. Das hat aber nicht funktioniert, weil diese Kosten für Einwegflaschen nach wie vor wegfallen. Wer mal vergleicht, wird feststellen dass der Literpreis bei Einwegflaschen meist geringer ist als der bei Mehrwegflaschen.
Die Grundidee ist ja gut, nur die Durchführung war schlecht. Zum Verbessern schlage ich vor auf Einwegverpackungen eine Steuer zu erlassen. Dann werden die Einwegflaschen teurer, der Staat nimmt mehr Geld ein und die Händler werden entlastet. Welche Packungen genau darunter fallen und ob das eventuell auch für Tetra-Paks gelten soll, darüber muss man diskutieren und abwägen.
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